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Fokusbranche:
Testing, Inspection, Certification (TIC)

Die Branche wächst und gewinnt durch Regulatorik und strukturelle Trends an Bedeutung.

Das Wichtigste vorab
Die Anforderungen an Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsanbieter steigen: schneller, komplexer, digitaler. Das erfordert Investitionen und neue Kompetenzen. Wer skalierbare Plattformen aufbaut, profitiert von den Markttrends. VR Equitypartner begleitet TIC-Unternehmen dabei.

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Kontinuierlich wachsende Nachfrage nach TIC-Leistungen

Neue Materialien, Investitionen in Infrastruktur sowie strengere Regulierung treiben das Marktwachstum bei Prüfung, Inspektion und Zertifizierung. Strukturelle Trends wie höheres Verbraucherbewusstsein, komplexere Lieferketten, Elektrifizierung und Kreislaufwirtschaft erhöhen branchenübergreifend die Nachfrage. Der Fachkräftemangel verstärkt zudem die Auslagerung und Automatisierung von TIC-Aufgaben.

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TIC-Anbieter im Wandel

Die Geschäftsmodelle der TIC-Anbieter wandeln sich: Erfolgreich ist, wer nicht nur einzelne Prüfberichte liefert, sondern kontinuierlich Transparenz, Compliance und Sicherheit – möglichst ohne Unterbrechungen. Dafür braucht es digitale Lösungen wie Remote Inspection, Datenplattformen und digitale Zwillinge. Im Idealfall erkennt der Dienstleister Risiken frühzeitig und verhindert teure Folgeschäden.

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Mit VREP TIC-Champions aufbauen

Die TIC-Branche wird weiter an Bedeutung gewinnen und wirtschaftlich wachsen. Profitieren werden vor allem Anbieter, die sich zu starken Plattformen entwickeln und skalierbare Lösungen für steigende Kundenanforderungen bereitstellen. Wir begleiten seit vielen Jahren mittelständische Unternehmen mit Kapital und Know-how auf dem Weg zum Champion. Unsere Beteiligung an vohtec – heute Teil der Element Materials Technology-Gruppe – zeigt das eindrücklich.

Haben Sie Investitions- oder Wachstumspläne?

Daniel Schmidt

VREP-Investmentdirektor Daniel Schmidt ist Teil des TIC-Teams von VREP. Im Gespräch spricht er über aktuelle Entwicklungen und Chancen und die Rolle von VR Equitypartner bei der Entwicklung von TIC-Champions.

„Ein starker Local Hero ist
der Beginn einer Plattform-Strategie“

Herr Schmidt, seit einigen Jahren wächst der TIC-Markt nicht mehr so stark wie zuvor. Warum ist die Branche dennoch für Sie als Investor attraktiv?

Die Branche wächst weiterhin stärker als die Gesamtwirtschaft, allerdings weniger dynamisch als vor der Corona-Pandemie. Das lag an der Investitionszurückhaltung während der Covid-Krise und zusätzlich an der Schwäche des deutschen Automobilsektors, einem wichtigen TIC-Kunden. Gleichzeitig nehmen in vielen Bereichen die regulatorischen Anforderungen zu – etwa bei Umweltwirkungen und Cybersecurity. Zudem wird wieder stärker in Industrie sowie Bau- und Infrastruktur (z. B. Bahn, Stromnetze) investiert.

Attraktiv ist aber nicht nur die Aussicht auf höhere Wachstumsraten, sondern auch die Chance zur Marktkonsolidierung. Denn viele Dienstleister haben ihr Potenzial längst nicht ausgeschöpft und könnten ihre Wertschöpfungskette und regionale Präsenz noch deutlich erweitern.

Wo liegen die Chancen?

Die TIC-Welt ist sehr fragmentiert. Bei der DAkkS sind rund 6.400 Labore zertifiziert. Das sind ganz oft „local heroes“. Diese sind auf ein bestimmtes Segment wie Bau oder Medizintechnik spezialisiert und auf eine Region beschränkt. Synergien sind da nur selten möglich. Dabei könnte allein durch eine regionale Expansion oder eine Erweiterung der Wertschöpfungskette das Erlöspotenzial gesteigert werden. Eine starke Plattform, die organisch und durch Buy-and-Build wächst, würde genau diesem Ansatz entsprechen.

Wie würde VR Equitypartner so eine Plattform aufbauen?

Wir haben bereits 2013 mit der Beteiligung am Werkstoffprüfer vohtec gezeigt, dass wir TIC-Plattformen aufbauen können. Gemeinsam haben wir in kurzer Zeit ein führendes Zentrum für Farbeindringprüfungen in Europa aufgebaut und anschließend durch weitere Beteiligungen und Standorte erweitert. 2018 wurde das Unternehmen erfolgreich an einen Strategen verkauft; das Management blieb als Gesellschafter an Bord. Möglich war diese Entwicklung durch die enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit vohtec und den akquirierten mittelständischen Unternehmen.

Seit dem Verkauf sind wir der Branche eng verbunden und pflegen unser Netzwerk. Ich bin Wirtschaftsingenieur und habe während des Studiums Materialprüfungen durchgeführt sowie Emissions- und Immissionsgutachten erstellt. Dadurch bringe ich ein fundiertes Grundverständnis von Prüfverfahren und physikalischen Grundlagen mit.

Dies und unser breites Netzwerk hilft uns, local heroes zu identifizieren und zu gewinnen, die sich als Kern einer späteren Plattform eignen. Dabei sind wir nicht auf ein Segment wie Lebensmittel, Energie oder Automotive festgelegt. Hierbei nutzen wir unsere langjährige Erfahrung in der Weiterentwicklung mittelständischer Firmen und unterstützen Unternehmen beim Aufbau von skalierbaren Strukturen, bei Zukäufen und der Erweiterung von Leistungen und Regionen.

Viele Branchen werden durch Digitalisierung stark verändert. Gilt das auch für TIC?

Absolut. Tests können durch KI unterstützt werden – etwa indem nicht nur Messwerte geliefert, sondern auch Dokumentationen automatisiert und Zusammenhänge erkannt werden. Das gibt Herstellern konkrete Impulse zur Qualitätsverbesserung. Um solche Mehrwerte zu realisieren, braucht es Investitionen in Technologie und in das Know-how der Belegschaft, die sich bei größeren Anbietern schneller amortisieren. Deshalb wird die Konsolidierung zunehmen. Wir unterstützen Unternehmen dabei als Sparringspartner, diese Chancen zu nutzen und zu wachsen.