Was ist Mezzanine?
Der Begriff Mezzanine bezeichnet eine Finanzierungsform, die sowohl Elemente der Fremd- als auch der Eigenkapitalfinanzierung enthält. Zu Mezzanine gehören beispielsweise stille Beteiligungen, Genusskapital und Nachrangdarlehen. Die Forderungen von Mezzanine-Gebern sind – wie beim Eigenkapital – im Insolvenzfall gegenüber Fremdkapitalgebern schlechter gestellt. Auch muss das Unternehmen dem Mezzanine-Geber keine Sicherheiten stellen. Andererseits erhält der Mezzanine-Geber aber keine Mitspracherechte oder Gewinnbeteiligungen wie es beim Eigenkapital für Gesellschafter typisch ist. Durch dieses höhere Risiko liegen die Kosten für Mezzanine zwar über denen des Fremdkapitals, aber auch klar unter den Renditen, die klassische Eigenkapitalgeber verlangen.
Wann kommt Mezzanine zum Einsatz?
Mezzanine eignet sich besonders für Situationen, in denen eine Fremdkapitalfinanzierung an Grenzen stößt, aber Eigenkapital keine attraktive Alternative ist.
In der Wachstumsfinanzierung beispielsweise setzen die bisherige Kredithistorie und der Cashflow häufig der Kredithöhe enge Grenzen. In einer deutlichen Wachstumsphase werden für Investitionen oder Vorfinanzierungen jedoch meist höhere Beträge benötigt. Nicht jeder Unternehmer möchte in dieser Phase Eigenkapitalanteile verkaufen. Mezzanine bietet sich darum hier als eine Lösung an.
Auch in Restrukturierungs- oder Konsolidierungsphasen kann es notwendig sein, eine substanzielle Finanzierung aufzubringen, um in einen nachhaltigen Turnaround zu investieren, beispielsweise durch die Investition in effizientere Produktionskapazitäten. Wiederum sind klassische Fremdfinanzierer dabei in der Regel sehr zurückhaltend. Mezzanine-Kapital erhöht die Stabilität und Krisenfestigkeit des Unternehmens durch zusätzliches Quasi-Eigenkapital.
Darum ist Mezzanine besonders interessant, wenn der zusätzliche Eigenkapitalbedarf zeitlich klar begrenzt ist, weil ein unternehmerisches Vorhaben schnell umgesetzt werden soll. Ein typisches Beispiel dafür ist eine Unternehmensnachfolge. Mit der Laufzeit von meist fünf bis acht Jahren steht dem Unternehmen das zusätzliche Kapital ausreichend lange zur Verfügung, um auch größere, längerfristige Pläne zu realisieren.