Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht nur aus gesellschaftlichen und ökologischen Gründen geboten, es ist auch für uns als Eigenkapitalinvestor wirtschaftlich sinnvoll. Wir sehen schon heute, dass die Risiken – beispielsweise bei Reputation oder durch neue Regulierung – bei wenig nachhaltig geführten Unternehmen größer sind. Ebenso sinkt die Attraktivität dieser Unternehmen bei Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden, die ein größeres Bewusstsein für ESG (Umwelt, Soziales und Governance) entwickelt haben – das mindert die Erfolgschancen in Zeiten von Fachkräftemangel und Wettbewerbsdruck. Und es ist absehbar, dass wenig nachhaltige Unternehmen auch bei der Finanzierung größere Schwierigkeiten bekommen werden. All das wird sich letztlich in den Bewertungen von Unternehmen abbilden.
Noch sehen wir (fast) keine ESG-bedingten Abschläge in den Kaufpreisen, aber die Entwicklung wird kommen. Darum ist Nachhaltigkeit inzwischen ein fester Bestandteil unserer Beteiligungsprüfung. Als Teil der Due Diligence überprüfen wir die Erfüllung wichtiger ESG-Kriterien. Dabei schließen wir Unternehmen nicht von vornherein aus, die die ESG-Kriterien bislang nicht oder nur teilweise erfüllen – aber wir vereinbaren mit ihnen eine Strategie, wie während unserer Beteiligungsphase nachhaltiger gewirtschaftet werden kann.
Diese Strategie ist häufig mit Investitionen, aber auch mit einem Umdenken und einer Anpassung des Geschäfts verbunden. Den Weg der Transformation gehen wir mit unseren Beteiligungen gemeinsam.
Denn auch wir selbst als VR Equitypartner sind in puncto Nachhaltigkeit noch mitten in der Transformation. Wir haben uns Ziele in fünf zentralen Handlungsfeldern gesetzt, diese auch schriftlich in unserer ESG-Policy festgehalten und arbeiten in unterschiedlichen Gruppen daran, wie wir diese Ziele umsetzen können. Das umfasst soziales Engagement ebenso wie Umweltaspekte und Unternehmensführung. Gleichzeitig arbeiten wir an unserem ESG-Netzwerk, nutzen die Nachhaltigkeitskompetenz unseres Beirats und bauen eigenes ESG-Know-how in unserem Operating Partner Team auf. Außerdem haben wir eine Nachhaltigkeitsbeauftragte benannt und werden ab 2023 einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen. So sammeln wir selbst Erfahrungen, die wir wiederum an unsere Portfoliounternehmen weitergeben.
Die große Herausforderung liegt darin, wirtschaftliche Fortschritte mit mehr Nachhaltigkeit zu verbinden. Manchen Zielkonflikt wird es dabei geben – so wie auch momentan, wenn die kurzzeitig große Gefahr von Energieengpässen mit fossilen Energien ausgeräumt werden muss. Doch das sind kurzfristige Kompromisse, über die wir das Gesamtziel nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Wir freuen uns, den Weg zum nachhaltigen Erfolg mit unseren Beteiligungen gemeinsam zu gehen. Denn am Ende werden alle davon profitieren.