Eine Zeitenwende zeichnet sich auch in der Unternehmensfinanzierung ab. Die Ära der geringen Inflation und der Nullzinsen ist beendet. Hinzu kommt eine große Unsicherheit hinsichtlich der Energieversorgung, und auch manche Lieferkette ist immer noch brüchig. Gerade jetzt, da Unternehmen Kapital und Liquidität benötigen, um gestiegene Einkaufspreise vorzufinanzieren oder Investitionen in eine alternative Energieversorgung zu realisieren, wird die Unternehmensfinanzierung anspruchsvoller. Denn auch die Finanziers können nicht die Dauer und die Tiefe der Rezession abschätzen und sind darum risikoaverser geworden. Das hat Folgen für alle Finanzierungsinstrumente: Die Geldgeber schauen genauer hin, prüfen umfassender als bislang. Zinsen können steigen, bei der Unternehmensbewertung werden Risiken stärker eingepreist.
Das bedeutet aber nicht, dass Finanzierungsvorhaben nun aussichtslos sind. Das Angebot ist weiterhin vorhanden, die Bereitschaft der Finanziers da – nur die Konditionen haben sich verändert. Unternehmer sind darum gut beraten (selbst wenn sie aktuell keinen Kapitalbedarf sehen), ihre Liquiditätsentwicklung genau im Auge zu behalten und mit einer Anpassung ihrer Finanzierungsstruktur auf die bestehenden und möglicherweise noch drohenden Schwierigkeiten zu reagieren. Eine transparente Finanzplanung und der enge Austausch mit den Finanzierungspartnern stärken das Vertrauen der Finanziers und ihre Finanzierungsbereitschaft.
Auch wenn Unternehmen vielleicht nur Fremdkapital suchen: Mit einer soliden Eigenkapitalbasis – wozu beispielsweise eine Mezzaninefinanzierung beitragen kann – können Unternehmen ihre Fremdkapitalsituation entscheidend verbessern. Denn damit wird das Risiko der Kreditgeber reduziert. Mit frischem Kapital könnten sie beispielsweise die Weiterentwicklung der eigenen Produkte vorantreiben, um nachhaltig Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.