Die Krise als Chance? Besser jetzt verkaufen, bevor es schlimmer wird? Viele Unternehmer stellen sich in dieser Zeit grundsätzliche strategische Fragen. Doch unabhängig davon, ob eher ein Verkauf oder ein Zukauf auf der Agenda steht: Die aktuelle Verunsicherung bremst viele Transaktionsprozesse. Zu viele Faktoren scheinen nicht planbar zu sein: die weitere Entwicklung im Energiemarkt oder die Höhe und Dauer der Inflation. Eine belastbare Unternehmensplanung ist nur schwer möglich.
Tatsächlich können diese Faktoren eine solch große Unsicherheit für die Unternehmensbewertung bedeuten, dass ein kurzfristiger Kauf oder Verkauf nicht anzuraten ist. Das Risiko einer Fehlkalkulation wäre zu groß. Aber das gilt nicht pauschal für alle Unternehmen. Für viele Firmen sind die Energiekosten kein entscheidender Faktor in der Gesamtkostenbetrachtung. Oder sie haben länger laufende Verträge geschlossen, vielleicht sogar eigene Ressourcen wie ein Biokraftwerk oder Ähnliches aufgebaut. Von der Inflation sind sie aktuell nur am Rande berührt, weil sie aufgrund ihrer Marktposition Kostensteigerungen im Einkauf oder in den Löhnen weitergeben können. Besonders attraktiv sind zudem die Unternehmen, die einen Beitrag zu den anstehenden Transformationsaufgaben Europas leisten. Die beiden größten Transformationen finden im Bereich der Digitalisierung und der Energie-/ Klimawende statt. Wer beispielsweise mit seinen Lösungen hilft, Energie einzusparen, wird auch im Winter 2022/23 attraktiv für Käufer sein.
Es kann keine pauschale Antwort geben auf die Frage, ob nun die Zeit für Käufe oder Verkäufe ist. Jedes Unternehmen ist unterschiedlich stark betroffen von den aktuellen Herausforderungen – und manches ist jetzt gefragter denn je.