FACTS KTP Kunststoff Palettentechnik
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KTP Kunststoff Palettentechnik aus Bous im Saarland hilft Kunden dabei, nachhaltig Kosten zu senken – mit faltbaren "Leichtgroßladungsträgern“

Faltbare Kunststoffboxen sind eine Reaktion auf Wachstum und Strukturveränderungen der produzierenden Wirtschaft. Die Automobilindustrie – große europäische Hersteller und ihre Zulieferer sind wichtige Kunden von KTP – ist ein Paradebeispiel dafür: Sie wächst international und hat eine in viele Stufen gegliederte Supply Chain, die jederzeit funktionieren muss.

On the road

Da heute 75 % der Wertschöpfung im Automobilbau bei den Zulieferern entstehen, sind die meisten Komponenten im LKW unterwegs, bevor sie in ein Fahrzeug eingebaut werden – z. B. Lenkräder, Polster, Sitze oder LED-Scheinwerfer. Als Transportbehälter dienen traditionell Holz- oder Stahlgitterboxen bzw. Kartonagen, die allerdings Nachteile haben: teilweise hohes Eigengewicht und -volumen, begrenzter Schutz vor äußeren Einflüssen, mitunter schwieriges Handling, viel Verschleiß.

Im Vergleich dazu haben Kunststoffbehälter deutliche Vorteile. Sie sind leichter als Holz- oder Stahlboxen, daher kann die Nutzlast bei vergleichbarem Endgewicht höher sein. Kunststoffbehälter haben eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren, sind wasserdicht, lassen sich leicht bedienen und sauber halten. Mit diesen Pluspunkten verdrängen sie traditionelle Behälter aus vielen Anwendungsgebieten.

Aber vor allem geht es den Nutzern darum, Kosten zu vermeiden. In Megatrailern, Sattelaufliegern mit einer Ladekapazität von bis zu 100 m3, können 78 Boxen Vollgut transportiert werden. Wenn Leergut befördert werden soll, ist die Ladekapazität bei traditionellen Behältern gleich hoch. Der Nutzen steigt um den Faktor 5, wenn KTP-Boxen verwendet werden, denn sie lassen sich auf ca. 20 % ihres Volumens zusammenfalten. Dann passen 364 Stück auf den Trailer und der LKW fährt nur noch eine statt fünf Touren.

Weniger Umweltbelastung

Andreas Wintrich, der geschäftsführende Gesellschafter von KTP: „Für unsere Kunden ist das ein Riesenthema, denn viele große Unternehmen arbeiten an der Reduzierung ihres ‚Carbon Footprint‘. Dazu leisten unsere Behälter einen Beitrag durch weniger Leerfahrten bzw. eine Senkung der CO2-Emissionen.“ Noch ein Vorteil: Kunststoffboxen können recycelt werden. In der Produktion der Behälter setzt KTP nur 30 % neue Rohstoffe ein. 70 % sind Sekundärrohstoffe, teils aus gebrauchten Boxen, die von Kunden zurückgegeben werden, aber es können auch Industriefolien – im Ballen – sein. Wintrich: „Das ist ein industrielles Mehrwegsystem. “Pro Jahr verarbeitet KTP rund 15.000 t Rohstoff im Formpressverfahren zu ca. 500.000 Behältern, Paletten und Trägersystemen. Wintrich: „Inzwischen stoßen wir an Kapazitätsgrenzen und erweitern die Fertigung in Bous. Dazu wurden allein 2016 etwa 2 Mio. EUR investiert und neue Mitarbeiter eingestellt – die Belegschaft ist von 120 auf 200 Personen gewachsen.“

KTP treibt das Wachstum auch durch Innovation. Als Ergänzung zu den bisher dreiteiligen Behältern wurde 2010 die einteilige Faltbox „SmartFix“ vorgestellt, die in den Folgejahren mehrere Industriepreise erhielt. Sie wurde am Markt schnell angenommen und leistet heute einen substanziellen Beitrag zum Geschäft. Großabnehmer sehen die Boxen als festes Element ihrer Logistiksysteme und wollen durchgängig damit arbeiten – auch an Standorten außerhalb Europas. Wintrich: „Die EU ist mit mehr als 70 % vom Umsatz unser größter Markt. Über kurz oder lang werden wir aber den Kunden in ihre außereuropäischen Absatzregionen folgen. 2013 war die Eröffnung eines Vertriebsbüros mit Lager in der Nähe von Schanghai der erste Schritt. 2017 haben wir dort die Gewinnzone erreicht und in zwei bis drei Jahren könnte das Geschäftsvolumen eine eigene Produktion in China tragen. Dann hätten wir keine Kostennachteile durch den Import mehr.“
Die Unternehmensstrukturen werden den Anforderungen des Wachstums angepasst: KTP verstärkt die zweite Managementebene, die bald ein deutlich internationaleres Geschäft steuern wird. Der Aufbau einer Produktionsinfrastruktur auf mehreren Kontinenten wird auch ein finanzieller Kraftakt werden, denn schon die Erweiterungen der vorhandenen Standorte können in den nächsten Jahren weitere Investitionen von mehreren Millionen Euro auslösen.

Innovation und neue Märkte

Wintrich will das Innovationstempo hoch halten: „Die Leistungsfähigkeit der Behälter soll zunehmen, z. B. durch höhere Nutzlasten und optimierte Ergonomie. Gleichzeitig wollen wir weiter standardisieren, damit die Behälter auch für die permanente Lagerung im Hochregal verwendet werden können. Denn selbst wenn die Hersteller Läger abbauen, bei den Vorlieferanten werden sie bleiben.“

Die Produkte werden auch parallel zur Erschließung neuer Märkte und Anwendungsgebiete weiterentwickelt, denn KTP zielt auf eine Verbreiterung der Umsatzbasis: In den letzten Jahren hat das Unternehmen bereits Kunden aus Branchen wie Luft- und Antriebstechnik oder Haushaltsund Gartengeräte gewonnen, sieht aber auch Potenzial in Lebensmittelindustrie und Einzelhandel. Zusätzlich ließe sich mit eigenen Innenverpackungen eine optimale Bestückung von Transportboxen und ein besserer Materialfl uss an den Logistikschnittstellen erreichen. In den nächsten Jahren hat KTP noch viel vor: „Wir planen zwar konservativ, aber bis 2020 wollen wir beim Umsatz 50 Mio. EUR überschreiten“, skizziert Wintrich die Richtung.
VR Equitypartner hat sich Ende 2011 mit 49,8 % an KTP beteiligt, die Mehrheit lag bei der Gründerfamilie. Anfang 2017 kam die Wagner Holding Nonnenweiler/Saarland) als Gesellschafter hinzu, sie beteiligte sich im Zuge einer Kapitalerhöhung mit 25,0 %. Damit hat das weitere Wachstum von KTP eine breite Grundlage.

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